Virtueller Reiseführer Bolivien

Die Stadt Coroico

Dieser beschauliche Touristenort inmitten der Yungas liegt 1350 Meter über dem Meeresspiegel. Bis vor kurzem war Coroico von La Paz aus nur über die "gefährlichste Strasse der Welt" erreichbar. Diese ist nur etwas breiter als ein normales Auto, wird aber von LKW, Bussen, Autos und allen nur denkbaren Fortbewegungsmitteln befahren. Da sie sich an einer Felswand entlang windet und ungeteert ist, wundert es nicht, dass man alle paar Meter ein Kreuz antrifft, das andeutet, dass hier ein Fahrzeug in die Tiefe gestürzt ist. Eine Kurve "ziert" ein Grabstein, der daran erinnert, dass hier ein ehemaliger Präsidentschaftskandidat hinuntergestürzt wurde. Jetzt allerdings fahren die Busse von La Paz auf einer (teilweise noch im Bau befindlichen) asphaltierten Straße, die zumindest weniger gefährlich erscheint und dennoch großartige Ausblicke auf die Landschaft bietet.


Coroico - Plaza

Von Coroico können Touren in die Yungas unternommen und eine Universität mit Kaffeeanbau besichtigt werden. In der Nähe befinden sich Dörfer, in denen Coca angebaut wird.

Als Besucher Coroicos wird man eventuell verblüfft sein, im Stadtbild recht viele Menschen zu sehen, die auf Grund ihres Aussehens eindeutig als Nachfahren afrikanischer Einwanderer zu erkennen sind. Während der spanischen Kolonialzeit wurden afrikanische Sklaven zum Bergbau ins heutige Bolivien gebracht. Sie konnten sich jedoch den klimatischen und Höhenverhältnissen nicht anpassen, sehr viele starben vorzeitig. Die überlebenden Nachfahren dieser Sklaven leben heute im Gebiet um Coroico.