Virtueller Reiseführer Bolivien
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Coca

Coca wird oft als das Symbol der andinen Kultur angesehen.

Was ist Coca? Der Cocastrauch ist ein bis zu 5 m hohes, immergrünes Gewächs mit zwischen 5 und 15 cm langen Blättern.

Hauptverbreitungsgebiet des Cocastrauches sind die Osthänge der Anden Kolumbiens, Perus und Boliviens. Die Anbauzonen liegen zwischen 300 und 2000 m über dem Meeresspiegel. Die Hauptanbaugebiete in Bolivien sind die Yungas (im Departamento La Paz) und die Region Chapare (im Departamento Cochabamba). Die Blätter, die der Hauptzweck des Anbaus sind, können drei- bis viermal jährlich geerntet werden. Gleich nach der Ernte werden sie, meist unter freiem Himmel getrocknet. Cocasträucher, die bei planmäßigem Anbau in der Regel klein gehalten werden, um die ernte zu erleichtern, können bis zu 40 Jahre lang genutzt werden. Insgesamt ist der Coca eine wenig aufwendige landwirtschaftliche Kultur.

Cocablätter enthalten neben den Alkaloiden viele Nähr- und Mineralstoffe. Sie werden in den Anden bereits seit mehreren Jahrtausenden für verschiedene Zwecke genutzt.

Es gibt mit den Cocablättern nur ein Problem: aus bestimmten Inhaltsstoffen der Blätter wird über verschiedene Zwischenstufen Kokain hergestellt. Und von diesem Kokain sind Millionen von Menschen, vor allem in den USA und in Europa abhängig. Die Herstellung von Kokain ist keine Erfindung der Hochlandbewohner Boliviens oder Perus. 1859 gelang es dem deutschen Chemiker Albert Niemann, Kokain aus den Blättern zu isolieren. Das Kokain wurde zunächst als schmerzbetäubendes Medikament benutzt. Doch Anfang des 20 Jahrhunderts wurde Kokain zu einer immer weiter verbreiteten, zunächst noch legalen Droge. So war es zum Beispiel in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts ausgesprochen schick, auf entsprechenden Parties Kokain zu konsumieren. Bekannt sind auch die Selbstversuche Siegmund Freunds mit Kokain. Doch in dem Maße, wie die Regierungen der Industrieländer, vor allem nach dem 2. Weltkrieg immer schärfere Gesetze gegen den Kokainkonsum erließen, wurde der Coca-Anbau zum internationalen Politikum. Die USA machten und machen auf viele lateinamerikanischen Länder Druck, den Anbau zu verbieten und die Plantagen zu vernichten. In vielen Ländern führte dies zu einer Existenzbedrohung für die Coca-Bauern. Der Widerstand gegen diese Maßnahmen brachte unter anderem auch Politiker wie Evo Morales hervor, der vom Gewerkschaftsführer der Coca-Bauern zum Präsidenten Boliviens wurde.