Virtueller Reiseführer Bolivien

Geschichte

Vor der spanischen Eroberung

12.000-10.000 erste menschliche Besiedlung von Gebieten, die heute zu Bolivien gehören
1500 v. Chr. bis 1200 n. Chr. Tiahuanaco - Kultur
   
Kartoffelanbau zur Zeit der spanischen Eroberung
Kartoffelanbau zur Zeit der spanischen Eroberung
 

Kolonialzeit

1538

Eroberung durch die Spanier, weite Teile des heutigen Boliviens werden Teil des spanischen Vizekönigreichs Peru

1545

Entdeckung des Silberberges in Potosí

1548

Gründung von La Paz

1767

Vertreibung der Jesuiten

ab 1776

Teil des Vizekönigreiches Buenos Aires (La Plata)

1780-1781

Aufstand der Ureinwohner unter Túpac Katari

1809

Beginn des Unabhängigkeitskampfes

1824

Sieg von Ayacucho

06.08.1825

Ausrufung der Unabhängigkeit Boliviens durch A. J. de Sucre

Gebietsverluste Boliviens nach http://www.sjsu.edu/faculty/watkins/bolivia.htm
Gebietsverluste Boliviens im Verlauf der wechselhaften Geschichte

Bolivianische Republik

bis 1826

S. Bolivar ist erster Präsident des nach ihm benannten Landes

1831

Abschaffung der Sklaverei

1836 -1839

Staatenunion mit Peru, Präsident ist Santa Cruz

1879-1884

sogenannnter Salpeterkrieg zwischen Chile einerseits und Peru und Bolivien andererseits; im Ergebnis dieses Krieges verliert Bolivien seine Provinz Antofagasta an Chile

1903

Bolivien muss die reiche Provinz Arce an Brasilien abtreten

1917

während des I. Weltkrieges bricht Bolivien die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland ab, der politische und wirtschaftliche Einfluss der USA beginnt zu dominieren

1929

Bolivien und Chile unterzeichen einen Vertrag zum Bau der Eisenbahnlinie von La Paz zur Hafenstadt Arica

1932-1935

Chacokrieg gegen Paraguay, um sich einen Zugang zum Meer zu verschaffen; der Friede vom 21. 7. 1938 sicherte nur einen schmalen Zugang zum Río Paraguay, Bolivien verliert weite Teile des Chacogebietes

1951 im Mai gewinnt der Präsidentschaftskandidat der MNR (Movimiento Nacionalista Revolucionario) Victor Paz Estenssoro die Wahlen. Der bis dahin amtierende Präsident Mamerto Urriolagoitia Harriague verweigert jedoch die Amtsübergabe an seinen demokratisch gewählten Nachfolger und übergibt die Macht an eine 10-köpfige Militärjunta mit General Hugo Ballivián Rojas an der Spitze. Dieser Annulliert das Wahlergebnis.
Die MNR organisiert die Volksbewaffnung um die Militärjunta zu bekämpfen

1952

Sieg der militärischen Kräfte der MNR, der im Jahr zuvor als Präsident gewählte Victor Paz Estenssoro tritt sein Amt an.
Verstaatlichung der Zinnminen
Die für das Land wirtschaftlich wichtigen Investionen der USA gehen faktisch auf 0 zurück.
Die Inflationsrate erreicht 24%.
Im Juli wird das allgemeine Wahlrecht eingeführt. Das bis dahin gültige qualifizierte Wahlrecht schloss große Teile der Bevölkerung, insbesondere Indios, Analphabeten und Ärmere von der Wahl aus.
Einwanderung von rd. 7.000 mennonitischen Familien, die sich gefördert durch die staatliche Ansiedlungspolitik im Departamento Santa Cruz niederlassen.

1953

Einleitung einer Bodenreform

1954 die ersten 200 japanische Einwandere gründen die Colonia Okinawa
1955 nachdem das Bruttoinlandsproduktes 1953 um fast 10% zurückging und im Jahr 1954 nur um 2% anstieg, gibt es 1955 mit 5% erstmals wieder ein deutlicheres Wachstum. Die Inflation aber ist mit 80% ähnlich hoch wie in den Vorjahren

1964

nach mehreren Putschen übernimmt die Armee unter General René Barrientos Ortuño die Macht

1967

Zerschlagung der Guerilla-Organisation von ›Che‹ Guevara

1969-1971

General Alfredo Ovando Candida versuchte mit einem linksorientierten Programm, die politischen und wirtschaftlichen Probleme zu lösen

bis 1980

wird Bolivien von militärischen Gruppierungen beherrscht, die durch Putsche einander ablösten (u. a. unter General H. Banzer Suárez, 1971–78)

1981

Militärjunta

1982

Der bereits 1980 gewählte Präsident Hernán Siles Zuazo kann erst in diesem Jahr sein Amt antreten

1985

Zusammenbruch des Zinnmarktes, Preissturz, Verhängung des Ausnahmezustandes
im September Hyperinflation der damaligen Währung Peso
Der in diesem Jahr gewählte Präsident Paz Estensoro leitet ein Sanierungsprogramm ein (u. a. Abbau der Subventionen, Privatisierung von Staatsunternehmen, Lohnstopp), dass nur wenig Erfolg zeigt, erst im Folgejahr beginnt eine langsame Erholung der Wirtschaft

1987

am 1. Januar wird der Boliviano als Währung eingeführt

1992

Vertrag mit Peru über eine Freihandelszone und Nutzungsrechte an der peruanischen Hafenstadt Ilo; damit erhielt das Land erstmals seit 1879 wieder einen Zugang zum Meer

1993-1997

Bei den Wahlen im Juni 1993 kann kein Präsidentschaftskandidat die absolute Mehrheit erringen, das Parlament bestimmt den Präsidenten

Präsidentschaft von Gonzalo Sánchez de Lozada (MNR)

1997

Präsidentschaftswahlen, General Hugo Bánzer Suárez wird Präsident

1999

Wird eine Pipeline von mehr als 3.000 km Länge zum Export von Gas nach Brasilien in Betrieb genommen

2001

Banzer tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück, Nachfolger wir sein Vize Jorge Quiroga Ramirez

2003

ab Februar gewaltsame Proteste gegen die neoliberale Wirtschaftspolitik, Präsident Sánchez de Lozada trat daraufhin im Oktober zurück, Nachfolger wird Carlos Mesa

2005

Carlos Mesa musste sein Amt nach Straßenblockaden und Protesten im Mai 2005 niederlegen

Parlamentswahlen

mit E. Morales (MAS) wird erstmals ein Vertreter der indigenen Bevölkerung (Aimara) zum Präsidenten gewählt

2006 am 2. Juli 2006 werden die Mitglieder einer Verfassungsgebenden Versammlung gewählt, diese tritt am 6. August 2006 in Sucre zum ersten Mal zusammen. Die Vertreter der Regierungspartei MAS stellt in dieser Versammlung 135 von 255 Abgeordneten.