Virtueller Reiseführer Bolivien

Das Departamento Santa Cruz

Das Departamento Santa Cruz ist flächenmäßig das größte Boliviens. Es nimmt mit rd. 371 Tsd. km² (Deutschland: 357 Tsd. km²) mehr als 1/3 der Gesamtfläche des Landes ein. Hinsichtlich der Einwohnerzahl lag das Departamento zum Zeitpunkt der Volkszählung im Jahr 2001 an zweiter Stelle, hinter dem Departamento La Paz. Auf Grund der ausgeprägten Binnenmigration von den westlichen in die östlichen Departamentos könnte sich diese Reihenfolge mittlerweile geändert haben. Während unter der indigenen Bevölkerung des bolivianischen Hochlandes die Aymara und Quechua dominieren, spielen im Departamento Santa Cruz die Guaraní eine aus ethnografischer Sicht hervorgehobene Rolle.

Hauptstadt ist die Stadt Santa Cruz de la Sierra.

Von allen Departamentos liegt Santa Cruz am weitesten östlich, es grenzt im Osten an Brasilien, im Südosten an Paraguay.

Obwohl Land- und Forstwirtschaft eine bedeutende Rolle in der Region spielen, nimmt Santa Cruz wirtschaftlich gesehen eine besondere Stellung in Bolivien ein, lagern hier doch die zweitgrößten Erdgasvorkommen Südamerikas. So weist die Wirtschaft des Departamentos Santa Cruz dann auch deutlich über dem Landesdurchschnitt liegende Wachstumsraten aus. Mehr als die Hälfte der bolivianischen Exporte kommen aus dem Departamento Santa Cruz. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Santa Cruz im Hinblick auf Forderungen nach einer weitergehenden Autonomie der einzelnen Departamentos eine führende Rolle spielt.

Sehenswürdigkeiten

In Santa Cruz befinden sich die als Weltkulturerbe der UNESCO geschützten Jesuitenmissionen der Chiquitos und die Festung von Samaipata sowie der als Weltnaturerbe geschützte Noel-Kempff-Mercado-Nationalpark. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Amboró-Nationalpark. In der Ortschaft La Higuera am westlichen Rand des Departamentos wurde im Jahre 1967 Che Guevara gefangen genommen und getötet.