Virtueller Reiseführer Bolivien

Salar de Uyuni

Der Salar de Uyuni ist kein Salzsee, wie gelegentlich zu lesen, sondern vielmehr eine Art Salzwüste (oder nach der wörtlichen Übersetzung aus dem Spanischen eine Salzpfanne). Wasser gibt es nur in Form unter der Salzkruste fließender Bäche, die an einigen Stellen zu Tage treten.

Der Salar de Uyuni liegt auf einer Höhe von 3.650 m über dem Meeresspiegel. Er ist 160 km lang sowie 135 km breit und hat eine Fläche von 12.000 km² (ungefähr 20 mal mehr als die Fläche des Bodensees). Die Salzschicht ist zwischen 2 und 7 Metern mächtig (einige Quellen sprechen von bis zu 30 Metern), die Salzmasse wird auf etwa 10 Milliarden Tonnen geschätzt. Abgebaut werden jährlich 25.000 Tonnen.

Inmitten des Salars de Uyuni liegen eine Reihe von Inseln. Die bekannteste von ihnen ist die Isla Pescado (Fischinsel, die Silhouette der Insel hat Ähnlichkeit mit einem Fisch). Auf dieser Insel wachsen bis zu 12 m hohe Kakteen. Die ältesten von ihnen sollen mehr als 1000 Jahre alt sein. Beim Bau der auf der Insel befindlichen Gebäude wurde häufig „Kakteenholz“ als Baumaterial verwendet. Vom höchsten Punkt der Insel, der ungefähr 100 m über die Salarebene hinausragt, hat man einen herrliche Ausblick.


Kakteenwald auf der Isla de Pescado

Auch aus Salz lassen sich Häuser bauen. Mitten auf dem Salar befindet sich das Salzhotel, das komplett aus Salzblöcken errichtet wurde.


Salzblöcke zur späteren Verwendung als Baumaterial

Am Nordrand des Salar des Uyuni befindet sich der erloschene Vulkan Tunupa, der in der Mythologie der Aymara als heiliger Berg eine wichtige Rolle spielt.

Bei den in Uyuni buchbaren Fahrten werden neben dem Salar de Uyuni und der Isla de Pescado eine Reihe weiterer Ziele aufgesucht, Dazu zählen:

  • Die Laguna Colorada:
    Die 60 km² große farbige Laguna bietet ein besonderes Naturschauspiel. Auf 4.275 m Höhe kann der Besucher eine abwechselungsreiche Farbpalette bewundern. Aufgrund von Plankton und Mineralien zeigt sich die Laguna, je nach Sonnenstand, von einem weich Rosa bis zu einem Blutrot. Grüne Flächen, verursacht durch Algen, und weiße Boraxflächen inmitten des Sees bilden eine bunte Mischung zu dem wechselnden Rot. Das gelbliche Andengras, schneebedeckte Berge und die hier brütenden Anden- und Jamesflamingos runden das Farbspiel ab.
  • Laguna Verde:
    Die grüne Lagune ist durch ihren hohen Mineralgehalt, (Kalziumkarbonate, Schwefel, und Blei) je nach Sonneneinstrahlung, tiefgrün bis smaragdgrün gefärbt. Wenn die Sonne am höchsten steht, breitet sich von der Mitte des Sees ein smaragdgrüner Schimmer aus. Die Leuchtkraft erreicht dann am frühen Nachmittag ihren Höhepunkt und färbt die Laguna in ein tiefes Grün.
  • Sol de Mañana:
    Dieser dampfende Geysir mit seiner ca. 10 Meter hohen Fontäne bildet mit seinen kochenden Lavaschlammlöchern ein unheimliches Schauspiel.
  • Arbol de Piedra:
    Diese vom Wind grotesk verformte Felsgruppe hat ihren Namen von einem 6 Meter hohen Fels, der einem vertrockneten Baum ähnelt.
  • Zugfriedhof Uyuni:
    Ganz in der Nähe von Uyuni liegt der berühmte Zugfriedhof, auf dem zahlreiche Lokomotiven ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Die alten Lokomotiven, die älteste aus dem Jahr 1890, versetzen den Betrachter in vergangene Zeiten und manch einer wünscht sich die Dampfrösser in einem besseren Zustand. Nicht nur für Eisenbahnfreunde ein wehmütiger Ort.